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Kottan ermittelt: Rien ne va plus
(AUT 2010)

Idee: Helmut Zenker
Buch: Jan Zenker
Regie: Peter Patzak
Produzent: Heinrich Ambrosch

Mit: Lukas Resetarits, Udo Samel, Robert Stadlober, Johannes Krisch, Bibiana Zeller, Wolfgang Böck, Simon Schwarz, Dorothea Parton, Franz Suhrada, Johnny K. Palmer, Marcus Thill, Hanno Pöschl, Mavie Hörbiger, Erich Schleyer, Gerti Drassl, Mario Rauscher, Michaela Mock, Chris Lohner, Yunus Evren, Elias Pressler, Bigi Fischer, Ernst Konarek, Elke Winkens u.v. a.

Wir schreiben das Jahr 2010. Die Mächte der Finsternis schreiten allerorten rücksichtslos und anscheinend unaufhaltsam voran. Allerorten? Nein! Eine Handvoll wackerer Filmemacher ist noch nicht zum Rückzug angetreten…

Helmut Zenkers „Kottan“ ermittelt wieder, im Sommer beginnen die Dreharbeiten zum Kinofilm!

Unter der Regie von Peter Patzak wird „Kottan ermittelt“ ab Dezember 2010 ein Comeback auf der Kinoleinwand erleben. Lukas Resetarits wird wieder in die Rolle des Majors Adolf Kottan schlüpfen, Jan Zenker, Sohn des „Kottan“-Erfinders Helmut Zenker, hat das Drehbuch geschrieben. Wie bei allen „Kottan ermittelt“-Folgen wird auch der Kinofilm wieder von SATEL Film produziert.

Den durchgeknallten Polizeipräsidenten Heribert Pilch, einst grandios dargestellt von Kurt Weinzierl († 2008), mimt 2010 Udo Samel. Curt Anatol Tichys († 2004) Rolle des ewigen Assistenten Alfred Schrammel übernimmt Robert Stadlober. Die Rolle Walter Davys († 2003) als besonnener Paul Schremser wurde an Burgschauspieler Johannes Krisch übergeben. Auch Johanna Wokalek ist als Darstellerin mit von der Partie. Weiters werden fixe Größen der „Kottan“-Geschichte mitwirken, wie Bibiana Zeller, Erni Mangold, Chris Lohner, Franz Suhrada und Hanno Pöschl.

Ausschnitte aus dem Kinofilm Kottan ermittelt: Rien ne va plus







kottan.info führte dazu Gespräche mit Heinrich Ambrosch (Produzent), Jan Zenker (Drehbuch), Lukas Resetarits (Hauptdarsteller) und Peter Patzak (Regie).

Interview mit Heinrich Ambrosch (25. März 2010)

kottan.info: Wann soll der neue „Kottan“-Film ins Kino kommen?
Heinrich Ambrosch: Dezember 2010.

kottan.info: War es für Sie als Produzent kompliziert, diesen Film zu finanzieren?
Heinrich Ambrosch: Es ist immer kompliziert einen Film zu finanzieren. „Kottan ermittelt“ ist da keine Ausnahme.

kottan.info: Kottan ist heute eine Wiener Kultfigur. Wo wird der neue „Kottan“ gedreht?
Heinrich Ambrosch: In Wien um Umgebung. Wo sonst!

kottan.info: Wie schwierig war es, Lukas Resetarits für den Film zu begeistern und zu engagieren?
Heinrich Ambrosch: Lukas zu begeistern ist nicht das Problem. Man braucht nur die richtigen Inhalte.

kottan.info: Einige Schauspieler des originalen „Kottan“-Casts sind leider schon verstorben. Welche Darsteller wurden für die wichtigsten Rollen verpflichtet?
Heinrich Ambrosch: Die Verpflichtungen laufen teilweise noch. Deshalb möchte ich darüber noch nicht sprechen.

kottan.info: Welche Publikumsreaktionen erwarten bzw. erhoffen Sie sich auf einen „Kottan“, der nach über einem Vierteljahrhundert wieder aus der Versenkung auftaucht?
Heinrich Ambrosch: In erster Linie erwarte ich mir, dass die Leute ins Kino gehen. Über die Reaktionen muss man danach diskutieren.

Interview mit Jan Zenker (25. März 2010)

kottan.info: Wie kam es zum "Kottan"-Kinofilm?
Jan Zenker: Es ist der letzte Baustein eines "Kottan"-Revivals, das 2007 mit der überaus erfolgreichen DVD-Veröffentlichung in Deutschland begonnen hat. Danach kamen die sechs "Kottan"-Hörspiele der Folgen 20-25, die der ORF 1984 auf Eis gelegt hatte. 2009 hatte "Kottan" dann seine Theater-Premiere, die beeindruckend war. Über 13.200 Besucher haben in 44 ausverkauften Vorstellungen das Stück im Rabenhof Theater gesehen. Jetzt müssen wir alle daran arbeiten, den "Kottan"-Kinofilm zu einem Teil der Erfolgsgeschichte um den Major zu machen, die 1974 mit einer Kurzgeschichte begann.

kottan.info: Gab es Bedenken?
Jan Zenker: Durchaus. Aber seitdem Heinrich Ambrosch von SATEL Film beteiligt ist, war klar, dass wir den Film machen wollen. SATEL Film hatte seinerzeit alle "Kottan ermittelt"-Folgen für den ORF produziert, also weiß man schon, worauf es bei "Kottan" ankommt. Mir war wichtig, dass Lukas Resetarits wieder den Kottan spielt und dass man die verfügbaren Schauspieler der Originalbesetzung für das Projekt gewinnt, was mit Franz Suhrada, Bibiana Zeller, Chris Lohner und Hanno Pöschl, um ein paar zu nennen, auch gelungen ist.

kottan.info: Wie schwierig war es für Sie, das Drehbuch zu schreiben?
Jan Zenker: (lacht) Diese Frage dürfen Sie dem Produzenten nicht stellen. Nein, eigentlich war es einfach, in meiner Familie gab und gibt es natürlich einen engen "Kottan"-Bezug. Ich bin mit "Kottan" aufgewachsen, der "Kottan"-Schmäh gehörte bei uns zum Familienleben, da war keiner um eine spitze bzw. zynische Antwort verlegen. Mein Vater hat immer viel in der Familie, aber auch in der direkten Umgebung aufgenommen und dann verarbeitet. Außerdem hat er alles mehrfach an Familienmitgliedern getestet. Dadurch kann ich über einige Begebenheiten und Dialoge der "Kottan"-Folgen ganz anders schmunzeln als der normale Zuseher, weil ich Personen und Situationen wiedererkenne, an die ich mich gerne erinnere.

kottan.info: Um was geht es im "Kottan"-Kinofilm?
Jan Zenker: Um die Gier! ... Die Grundidee der Krimihandlung stammt von meinem Vater, die er für einen Kriminalroman entworfen hatte. Viel will und darf ich nicht verraten. Jedenfalls handelt es sich um ein "umwerfendes" Mörderspiel, das sich zwar nicht bezüglich des Milieus, aber zumindest strukturell ein wenig im Geiste Agatha Christies entwickelt.

kottan.info: Wie geht es mit Kottan weiter?
Jan Zenker: Zunächst, 2011, mit einem zweiten Theaterstück am Rabenhof Theater. Und für 2012, sollte da die Welt doch nicht untergehen, wird uns sicher auch noch etwas einfallen.

Interview mit Lukas Resetarits (25. März 2010)

kottan.info: Über ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Sie zuletzt in die „Kottan“-Rolle geschlüpft sind. Wie geht es Ihnen mit diesem Comeback?
Lukas Resetarits: Die Gefühle sind gemischt. Einerseits freue ich mich auf die Arbeit, andererseits spürt man schon eine aufkommende Nervosität, die aber dem kreativen Prozess noch zuträglich ist. Gedanklich bin ich schon schwer mit dem Film beschäftigt.

kottan.info: Welche Motivation steckt dahinter, nach so langer Pause wieder in einem „Kottan“-Film die Hauptfigur zu geben? Waren Sie leicht zu überreden?
Lukas Resetarits: Über die letzten zweieinhalb Jahrzehnte gab es alle paar Jahre ein „Kottan“-Projekt, das meistens ein Gerücht war. Manchmal wurde es etwas konkreter, es kam aber aus den verschiedensten Gründen nicht zustande. Für den letzten Anlauf – bei guter Zusammenarbeit mit Jan Zenker, Peter Patzak, Heinrich Ambrosch sowie zwei Buchversionen, die immer wieder verbessert wurden – bedurfte es keiner besonderen Überredungskunst.

kottan.info: Wie werden sich der Kottan der frühen 1980er Jahre und der Kottan der Gegenwart voneinander unterscheiden?

Lukas Resetarits: Äußerlich durch 29 Jahre. Innerlich gar nicht.

kottan.info: Welche „klassischen“ Elemente der TV-Serie „Kottan ermittelt“ werden im Kinofilm wieder aufgegriffen – Stichworte: Kaffeeautomat, Fernsehsprecherin, Autotüren, Gesangseinlagen etc.?

Lukas Resetarits: Alle klassischen Elemente werden vorkommen, allerdings meist als Zitat, um dann abgeschafft zu werden. Dafür kommen neue originelle Elemente dazu. Und Kottan singt diesmal nicht Playback, sondern mit eigener Stimme, oder Playback zur eigenen Stimme.

kottan.info: Wann werden die Dreharbeiten beginnen?

Lukas Resetarits: Voraussichtlich am 1. Juni 2010.

Interview mit Peter Patzak
(25. März 2010)

kottan.info: Wie ist es für Sie, nach so langer Zeit wieder an einem „Kottan“-Film zu arbeiten?
Peter Patzak: Wie wenn man sein liebstes und mit Errinnerungen geschmücktes Fahrrad im Keller wieder findet. Erstaunlich! Die Luft ist noch in den Rädern, die Lenkung präzise, die Bremsen schleifen wie immer und der Arsch passt noch wunderbar auf den Sattel. Es macht Freude, in die vertrauten Pedale zu treten.

kottan.info: Haben Sie bei den Dreharbeiten als Regisseur auch wieder Leute aus dem alten „Kottan“-Stab um sich?
Peter Patzak: Alle, die im Frühsommer 2010 noch die Luft genießen können. Allen voran meine Regieassistentin Sissi Böhler, als die Hände über der Kostümabteilung Heidi Melinc, Lukas’ geliebte Maskenbildnerin Ilse Steiner und viele, die damals bei mir volontiert haben und heute großartige Filmschaffende sind.

kottan.info: Werden außer Lukas Resetarits noch weitere Schauspieler aus der „Originalbesetzung“ dabei sein?
Peter Patzak: Natürlich Bibiana Zeller, der ewige Wirt und Bösewicht Ernst Konarek, Erni Mangold, Margit Gara, Christiane Rücker, Chris Lohner, Franz Suhrada, Hanno Pöschl und die üblichen Verdächtigen in der Fangemeinde von Kottan’s Kapelle.

kottan.info: Gibt es „Kottan’s Kapelle“ noch?
Peter Patzak: Absender und Empfänger des Films. Zwei große Auftritte. Nach der entsprechenden Warnung.

kottan.info: Schon in den letzten Jahren gab es in verschiedener Hinsicht ein gewisses „Kottan“-Revival. Warum? Ist Kottan als Figur so zeitlos?
Peter Patzak: Weil er schon damals unangepasst und mutig agiert hat. Heute, in einer von Sozialkitsch niedergelogenen Wirklichkeitswahrnehmung, in einer Idol-falschen gesteuerten Zeit, die nicht einmal mehr dem Miteinander der Ameisen folgt, das heißt auch nicht der Natur, vom Habgier-Individualismus und dem Motto: „Exit through the Giftshop“ besetzt ist, hat Kottan einiges zu tun.

kottan.info: Im vergangenen Jahr wurden die sechs seit 1984 ungedrehten „Kottan ermittelt“-Folgen Nr. 20-25 als Hörspiele veröffentlicht. Wollen Sie sich dieser Episoden auch filmisch annehmen?
Peter Patzak: Ich denke, dass dieser Spielfilm einiges bewirken kann. Zumindest wird es ein hochkonzentriertes Jahr, in dem es gar nicht erlaubt sein kann, sich auf etwas anderes zu fokusieren als auf den Widerspruch von „Rien ne va plus“.

kottan.info: Welche (bislang) geheimen Details oder Schmankerl können Sie uns zum Kinofilm verraten?
Peter Patzak: Polizeipräsident Pilch versucht einen neuen Apparat zu bedienen. Mal sehen, wie das ausgeht.

kottan.info: Wie wird es mit „Kottan“ weitergehen? Wird es das?
Peter Patzak: Natürlich. So lange es noch Beteiligte gibt, die seinen Geist in der Handschrift haben.

Teaser 2009
(AUT 2009)

Buch: Jan Zenker
Regie: Peter Patzak
Kamera: Wolfgang Thaler
Schnitt: Michou Hutter
Ausstattung: Susanne Quendler
Produktionsleiter: Gerhard Hannak
Produzent: Heinrich Ambrosch
Mit: Lukas Resetarits, Bibiana Zeller, Chris Lohner
© kottan.info